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Inflation und Rendite – was Ihr Geld tatsächlich kaufen wird

Inflation und Rendite: was Ihr Geld tatsächlich kaufen wird

Eine Prognose, die bei 143.587 € endet, sagt allein fast nichts. In dreißig Jahren kauft diese Zahl so viel wie heute ein deutlich kleinerer Betrag, und der Abstand ist groß genug, um Entscheidungen zu verändern. Dieser Guide zeigt, wie Sie eine nominale Rendite in eine reale umrechnen, was die Umrechnung über zehn, zwanzig und dreißig Jahre kostet, und wie Sie einen ganzen Plan am einfachsten in heutigem Geld halten.

Nominal und real: zwei verschiedene Fragen

Eine nominale Rendite beantwortet die Frage „wie viele Euro habe ich dann?“. Eine reale Rendite beantwortet „wie viel kaufen diese Euro?“. Beide sind richtig, sie beantworten nur Verschiedenes — und sie zu vermischen ist der häufigste Fehler in der langfristigen Planung.

Alles, was eine Bank oder ein Fonds ausweist, ist nominal. Inflation wird nirgends abgezogen, weil der Anbieter Ihre Inflation nicht kennt. Das Umrechnen ist Ihre Aufgabe, und es ist eine Zeile Arithmetik.

Die Umrechnung, exakt

real = (1 + nominal) / (1 + Inflation) − 1

Alle drei als Dezimalzahlen: 6 % = 0,06

6 % nominal bei 2 % Inflation: 1,06 / 1,02 − 1 = 3,92 %

Nicht 4 % — die Abkürzung über Subtraktion setzt die Realrendite zu hoch an

Das ist die Fisher-Beziehung, exakt statt genähert

Der Unterschied zwischen 3,92 % und den subtrahierten 4 % sieht belanglos aus. Er steht im Exponenten, über dreißig Jahre ist er es deshalb nicht: auf 25.000 € setzt die Abkürzung das Ergebnis um rund 1.850 € zu hoch an. Nehmen Sie die Division. Sie ist nicht schwieriger.

Was 2 % Inflation über dreißig Jahre anrichten

25.000 € einmalig angelegt, 6 % pro Jahr, jährliche Gutschrift. Die erste Spalte ist der Bestand in künftigen Euro, die zweite derselbe Bestand in heutiger Kaufkraft.

25.000 € zu 6 % nominal und dieselbe Anlage zum Realzins von 3,92 %, der sich bei 2 % Inflation ergibt.
JahreNominaler BestandIn heutigem GeldVerlorene Kaufkraft
1044.771 €36.728 €8.043 €
2080.178 €53.958 €26.221 €
30143.587 €79.270 €64.317 €

Über dreißig Jahre sind 45 % des nominalen Bestands eine Illusion. Das Geld ist da, es kauft aber nicht, was die Zahl suggeriert. Wer eine Prognose gegen ein Ziel in heutigen Preisen hält — ein Haus, ein Jahreseinkommen, ein Auto —, muss diese Korrektur machen, sonst vergleicht er nichts.

Der Realzins statt des nominalen. Jeder Euro im Ergebnis steht in heutiger Kaufkraft.

Den Plan in heutigem Geld rechnen

Die Abkürzung und wann sie zulässig ist

Die Inflation von der nominalen Rendite abzuziehen ist die gängige Kopfrechnung, und sie ist gut — in Grenzen.

  • Bei niedriger Inflation und kurzen Zeiträumen ist der Fehler bedeutungslos. Zehn Jahre bei 2 % Inflation: die Abkürzung liegt auf 25.000 € um etwa 280 € daneben.
  • Der Fehler wächst mit dem Zeitraum, weil er sich verzinst. Über dreißig Jahre sind es rund 1.850 €.
  • Im Zinssatz selbst beträgt der Fehler etwa den realen Abstand mal der Inflationsrate, wächst also mit beiden. Bei 6 % nominal und 2 % Inflation sind das 0,08 Prozentpunkte, bei 15 % nominal und 10 % Inflation 0,45.
  • Für alles, worauf Sie hin handeln, nehmen Sie die Division. Die Abkürzung taugt fürs Gespräch.

Zwei Wege, davon einer besser

Sie können alles nominal rechnen und das Ergebnis am Ende abzinsen — oder durchgängig real rechnen. Der zweite Weg ist deutlich leichter sauber zu halten.

  1. Legen Sie die Inflationsannahme fest und schreiben Sie sie neben den Plan. Zwei Prozent sind das Ziel der Europäischen Zentralbank und der übliche Anker für den Euroraum.
  2. Rechnen Sie die nominale Rendite mit der Division oben in eine reale um.
  3. Tragen Sie den Realzins in den Rechner ein und lassen Sie Ein- und Auszahlungen in heutigen Beträgen stehen.
  4. Lesen Sie jede Zahl im Ergebnis als heutige Kaufkraft. Eine weitere Korrektur ist nicht nötig.

Dieses Vorgehen setzt eines voraus: dass Ihre Einzahlungen mit der Inflation steigen. Wer 400 € monatlich in heutigem Geld einträgt, verspricht implizit, jeden Monat 400 € Kaufkraft einzuzahlen — also den nominalen Betrag im Laufe der Zeit zu erhöhen. Das ist meist ohnehin gemeint, sollte aber ausgesprochen sein.

Wo sich die Inflation im Plan versteckt

Inflation verkleinert nicht nur den Endbestand. Sie wirkt auf drei Eingaben, und zwei davon werden leicht übersehen.

  • Das Ziel. 500.000 € für den Ruhestand in dreißig Jahren sind bei 2 % Inflation ein Ziel von rund 276.000 € in heutigem Geld. Entscheiden Sie, welches Sie gemeint haben.
  • Die Sparrate. Ein nominal fester Monatsbetrag fällt real jedes Jahr. Über dreißig Jahre bei 2 % sind feste 400 € am Ende etwa 221 € wert.
  • Die Entnahme. Das ist der schärfste Punkt: ein festes Ruhestandseinkommen ist ein schrumpfendes Ruhestandseinkommen, und es schrumpft so lange, wie der Ruhestand dauert.

Durchgehend Realzins, Ein- und Auszahlungen in heutigem Geld — die Entnahme behält damit über alle zwanzig Jahre ihre Kaufkraft.

Spar- und Entnahmeplan in realen Größen

Was bleibt

  • Formulieren Sie eigene Pläne in realen Größen. Das schließt eine ganze Fehlerklasse aus und macht die Zahlen mit Preisen vergleichbar, die Sie kennen.
  • Nehmen Sie Division statt Subtraktion, sobald der Zeitraum länger als etwa zehn Jahre ist.
  • Nennen Sie die Inflationsannahme ausdrücklich. Die ungenannte Annahme ist die, die sich als falsch erweist.
  • Denken Sie daran, dass Kosten und Steuern von derselben Rendite abgehen. 6 % nominal, 2 % Inflation und 0,5 % Jahreskosten lassen rund 3,4 % real übrig — und mit dieser Zahl läuft Ihr Plan tatsächlich.

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